Kolumnen

Burschenschafter, das sind doch lauter …! Oder?

Von Laila Mirzo

Wächst man in einem erzlinken Elternhaus auf, wie es eben mein Schicksal war, ist alles, was nicht links ist, rechts. Dabei ist rechts nicht nur eine politische Position. Nein, es ist das manifestierte Böse. Gleichzeitig wird alles in einen Topf geschmissen: Heimatliebe, Tradition, blonde Zöpfe… und Hitler.

Es ist eine einfache Formel: Wer seine Heimat liebt, der ist rechtsradikal! Wer alte deutsche Lieder singt und zur Sonnenwende ein Feuer anzündet, der ist aber sowas von rechtsradikal! Und die Burschenschafter sind die allerärgsten, quasi das deutsche Pendant zum Ku-Klux-Klan. Ein geheimer Männerbund, dessen Mitglieder sich am Schmiss erkennen und die Weltherrschaft anstreben. Sie sind überall, unterwandern Universitäten, die Justiz und die Politik.

Welche Geschichte und welches Leitbild die Burschenschafter haben, weiß aber kaum jemand aus dem linken Eck. „Völkisch“, „antisemitisch“ und „nationalsozialistisch“ – mehr muss man nicht wissen. Den Unterschied zwischen „nationalsozialistisch“ und „deutschnational“ raffen auch die wenigsten. Dass die Burschenschaften unter Hitler-Deutschland auch gleichgeschaltet und zentralisiert worden sind, wird ignoriert.

Auch ich musste mich selbst an der Nase packen und hinter die Klischee-Kulisse der Verbindungen blicken. Was mir als erstes auffiel, war die außerordentliche Höflichkeit, mit der man begrüßt wird: eine Mischung aus militärischer Strammheit und aufrichtiger Herzlichkeit.  Mit großer Faszination beobachtete ich, wie drei Generationen, vom Fuchs bis zum Alten Herren, an einem Tisch sitzen. Verbunden durch das sichtbare Tragen der Farben, aber auch verbunden durch ein unsichtbares Band, das vor 200 Jahren gewebt worden war.

Die Sehnsucht nach einem Ende der Kleinstaaterei, die Forderung nach Meinungs- und Pressefreiheit fanden mit der Gründung der Urburschenschaft 1815 in Jena eine vereinte Stimme. Im thüringischen Eisenach wurden 1817 auf dem Wartburgfest diese Gedanken in einem Grundsatzkatalog manifestiert. So verlangt der 26. Grundsatz („Die Geburt ist ein Zufall.“) die Abschaffung der Geburtsvorrechte und der Leibeigenschaft. Auch die Ausweitung des Wahlrechts wurde gefordert. Vieles aus den Grundsätzen des Wartburgfestes fand sich in der Paulskirchenverfassung vom 28. März 1849 wieder und ist heute das Fundament unserer Verfassung.

Nun durfte ich, am Wochenende vom 20.-22. Oktober, an der 200-Jahrfeier des Wartburfestes in Eisenach teilnehmen. Hunderte Burschenschafter und Vertreterinnen verschiedener Mädelschaften stiegen gleich ihren geistigen Vorfahren zur Wartburg hoch. Die Beine schwer vom Aufstieg legte sich aber auch eine Schwere über das Gemüt. Man fragt sich: Quo vadis, Deutschland? Doch dann erhob sich aus dem Stimmengewirr ein Chor, dessen Echo zwischen den Burgmauern laut hallte: „Die Gedanken sind frei!

Man muss ja kein Freund von Burschenschaften werden, aber man sollte sich zumindest bewusst sein, dass unsere heutige Freiheit und unsere Demokratie auf den Grundsätzen der Urburschenschaft ruhen. Zum Vorwurf, Burschenschaften wären heute eine Gefahr für unsere Demokratie und Verfassung, kann man nur sagen:

Mit Verlaub, sie haben selbige erfunden!

4 Gedanken zu “Burschenschafter, das sind doch lauter …! Oder?

  1. Burschenschafter, insbesondere die von der Deutschen Burschenschaft, sind fast die Einzigen in dieser verkommenen Multikulti-Gesellschaft, die noch Hirn im Kopf haben. Und die noch zum eigenen Volk stehen, zum Volk als Abstammungsgemeinschaft und nicht als Passgesellschaft.

  2. Zum einen empfinde ich große Freude, daß immer mehr Menschen verstehen, was Ihnen seitens der politisch Linken über viele Jahrzehnte in bewährter Naziideologie eingetrichtert wurde, zum anderen finde ich es überaus Schade, daß diese Zeilen ein Linker eventuell lesen wird, wohl aber ganz sicher nicht verstehen…! 😉
    Danke für diesen klärenden Artikel!!

  3. Für die meisten unter dem Volk ist „Denken“ ein Begriff, der fast nicht gedacht wird, weil man zuviel denken muss. Nachplappern, was andere vorplappern ist etwas für linke Nichtdenker. Vor allem wie es zu Gesicht steht.
    Auch wenn das gemeine Volk noch so wettert, erbost über diese Burschenschafter ist, als Bekannte von Freunden bin ich oft Gast. Das Schöne dabei, ich werde als Mensch wahrgenommen, an Höflichkeit und Respekt mangelt es hier gottlob nicht, das ist eine wohltuende Entschädigung für den Alltag unter den heutigen unterkühlten Mitmenschen, die den Einzelnen unter uns fast gar nicht mehr richtig wahrnehmen.
    Die schlechten Nachreden beglücken die linken Andersdenker vollends, und vergessen ganz dabei, den eigenen Dreck vor den Füßen wegzuputzen. Aber unter den so als schlecht betitelten Burschenschaftern fühlt man sich wieder im eigenen Land zuhause, darf sich heimatlich und österreichliebend dazu gesellen, und das ohne Zwang – sondern völlig freiheitsliebend.
    Unter den gegnerischen Burschen und Mädels schwindet die Freiheit, zieht es eher vor, sich unfei zu zeigen, weil hier der Zwang der Unfreiheit wächst, obwohl man ständig von freiester Freiheit predigt.

Kommentar verfassen