Debatte

Marcus Franz – Gespräch mit einem konservativen Rebellen

Marcus Franz ist einer der medienwirksamsten Abgeordneten in Österreich. Auf seinem Blog www.thedailyfranz.at bekennt sich der Mediziner zu einem ursprünglichen Liberalismus bürgerlich-konservativer Prägung, wirbt für die traditionelle Familie, die Verantwortung des Einzelnen, das Leistungsprinzip und das christlich-katholische Weltbild. 2013 auf einem Ticket des Team Stronach in den Nationalrat gekommen, wechselte Marcus Franz 2015 zur ÖVP. Doch schon nach wenigen Monaten überwarf er sich mit der Partei – oder eher: die Partei mit ihm. Der Anlass damals: seine scharfe Kritik an der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Sehr geehrter Herr Dr. Franz, unverwandt und grad heraus: Sind Sie eine Provokation?

Freilich. Ich provoziere mit klaren Haltungen und eindeutigen Stellungnahmen zu den Problemen unserer Zeit. Die politische Heuchelei unter dem Deckmantel der sog. politischen Korrektheit ist das größte herrschende Übel in der öffentlichen Debatte. Man muss die Dinge nur beim Namen nennen, das reicht heute schon für schäumende Empörung und für weitreichende Provokation. Aber freie Rede erfordert natürlich „Cojones“ und die haben nur die wenigsten. Wir leben in einer Phase der politischen Eunuchen.

Wann haben Sie eigentlich beschlossen, Politik gleichsam zu Ihrem Hobby zu machen? Bei Ihrem Quereinstieg hatten Sie beruflich bereits ausgesorgt.

Ich wurde damals von Frank Stronach persönlich eingeladen, als Experte das gesundheitspolitische Programm für das Team Stronach mit zu entwickeln. Wir haben uns sehr gut verstanden, auch Kathrin Nachbaur und ich haben einen sehr guten Draht zueinander gefunden. Aus dieser sachpolitisch orientierten Zusammenarbeit entstand die Einladung, auf der Nationalratsliste zu kandidieren. Für mich kam das völlig überraschend und es war eine große Ehre. Ich hielt Frank für politisch authentisch, weil er bereits berühmt war und genug Geld verdient hatte. Seine politischen Motive waren aus meiner Sicht ehrlich, obwohl natürlich eine große Portion Narzissmus dazu gehört, in die Politik zu gehen. Aber das betrifft alle, auch mich.

Das Team Stronach wird den Österreichern – man denke nur an die legendären ZIB2-Auftritte des Parteigründers – wohl nur als Kuriosität in Erinnerung bleiben.

Ich bin noch heute überzeugt, dass Frank Stronach das Beste für Österreich wollte, obwohl natürlich dann viel schiefgelaufen ist. Ich habe die Kandidatur mit meinem damaligen Arbeitgeber, dem Orden der Franziskanerinnen, die das Hartmannspital führten, abgestimmt. Es herrschte Konsens. Ich glaube aber rückblickend, dass der Orden politisch unter Druck gesetzt wurde, weil man nicht wollte, dass ein Experte aus dem Gesundheitswesen, der Spitalsdirektor und Primar ist, in der Opposition reüssiert – und das schon gar nicht im roten Wien ein Placet findet. Ich habe damals auch einige politische Aussagen getroffen, die sehr direkt waren und absichtlich missverstanden worden. Einige Medien haben das ausgeschlachtet. Ich habe damals gelernt, was ein „Shitstorm“ ist.

Trotzdem habe ich mich politisch nie verbogen, ich stehe zu meinen Haltungen und Aussagen. Das kann ich mir natürlich nur leisten, weil ich unabhängig bin und einen angesehenen Brotberuf habe. Bei meinem späteren Wechsel vom Team Stronach zur ÖVP wurde ich ja ebenfalls massiv angefeindet, obwohl ich meine politischen Ansichten nie verändert habe. Es gab ja große Schnittmengen zwischen dem TS und der ÖVP, so wie es Schnittmengen zwischen ÖVP und FPÖ gibt.

Den Vorwurf des Opportunismus weisen Sie also zurück?

Das ist ein absurder Vorwurf. Winston Churchill hat viermal die Parteien gewechselt. Ich glaube das ist in lebendigen Demokratien auch legitim. Man wird allerdings selten vom Kommunisten zum Kapitalisten, aber auch das hat es schon gegeben.

Die Liaison zwischen Ihnen und der ÖVP hielt jedenfalls nicht lange.

Der Austritt aus der ÖVP hatte einen speziellen Grund: Meine direkte Art und meine Medienpräsenz passte vielen schlichtweg nicht in den Kram. Ich schrieb damals einen kritisch-sarkastischen Artikel über Merkels Politik, das führte zu Friktionen zwischen den Schwesterparteien CDU und ÖVP. Dazu kam noch die Missgunst von einigen Leuten in der ÖVP. Speziell in der ÖVP ist der Neid ja ein Lebenselixier, auch wenn ich mich mit vielen der Ex-Fraktionskollegen noch immer sehr gut verstehe. Aber da läuft einiges unter der Wahrnehmung des Radars, das ist eher hässlich.

Fühlen Sie sich jetzt isoliert im Parlament?

Ich bin jetzt freier Abgeordneter mit klar konservativen, wirtschaftsliberalen und absolut patriotischen Ansichten, das ist zurzeit für mich die beste Position. Aus dieser Stellung heraus kann ich konturierte Äußerungen treffen und immer bei der Wahrheit bleiben. Ich glaube, dass es im Parlament immer auch freie Abgeordnete geben sollte, das ist gut für die Demokratie. Überhaupt ist der Freiheitsbegriff an sich zu wenig repräsentiert, das muss man schärfen. Und Freiheit gelingt nur vor dem Hintergrund einer bürgerlich-rechten Weltanschauung.

Ist der Mangel an inhaltlichem Einfluss für einen Fraktionslosen nicht auf Dauer deprimierend?

Das freie Mandat gehört zu den wichtigsten Errungenschaften der Demokratie. Das kann einen also gar nicht deprimieren. Aber es ist natürlich richtig, dass man nur in größeren Verbänden, also in den Klubs, auch größeren Einfluss geltend machen kann. Dass man als Einzelkämpfer mit freiem Mandat aber gar nichts Inhaltliches einbringen kann, stimmt so nicht. Man muss halt zu anderen freien Abgeordneten gehen, wenn man Anträge einbringen will. Dafür braucht man 5 Unterschriften. Oder man bittet überhaupt eine Fraktion, den Antrag zu unterstützen. Das gelingt immer wieder, geht aber natürlich nur bei Oppositionsparteien. Ich habe auf diese Weise schon dutzende Anträge und Anfragen einbringen können, seit ich freier Mandatar bin.

Mir kann also niemand nachsagen, ich wäre ein Sesselkleber oder würde meine Zeit absitzen, im Gegenteil: Ich bin hochaktiv im Parlament. Auch was die Reden betrifft: Freie Mandatare haben in Relation sehr viel Redezeit und ich melde mich, wo immer es geht. Natürlich nicht zu allen Themen. Meine Schwerpunkte sind Gesundheits- und Gesellschaftspolitik und immer wieder die leidige Migrationsthematik, wo ich zu 100% mit der FPÖ d’accord bin.

Nicht alle Fraktionen sind von Ihrem Engagement begeistert. Dieter Brosz von den Grünen wollte Sie mithilfe des sog. Spam-Paragraphen des Telekommunikationsgesetztes wegen Aussendungen Ihres Blogs belangen.

Der Schuss ging ins eigene Knie der Grünen. Die Aufhebung meiner Immunität wurde ja im Parlament in der letzten Sitzung vor Weihnachten einstimmig abgelehnt – auch mit den Stimmen der Grünen! Der Anzeiger stand da wie ein begossener Pudel. Ich hätte ihm die Hand gereicht, er fand aber nicht die Größe, ein „Es tut mir leid!“ auszusprechen. Im Gegenteil, der Herr Kollege versuchte nochmals, mich vom Rednerpult aus zu attackieren, und machte sich dadurch endgültig unmöglich. Obwohl seine Fraktionskollegen auch der Meinung waren, dass diese Anzeige sinnlos, ungerechtfertigt und kontraproduktiv war, konnte er sein intellektuelles Gefängnis, das offensichtlich von einer Anzeige- und Verbotsmanie gekennzeichnet ist, nicht verlassen. Ich glaube aber andererseits, dass diese Geschichte für die Grünen im Parlament sehr heilsam war. Sie werden sich in Zukunft wohl besser überlegen, ob sie jemanden anzeigen.

Testen die Grünen aus, wie weit sie gehen können?

Die Grünen sind orientierungslos und haben keine politische Botschaft außer: alles, was ihnen nicht passt, verbieten zu wollen. Dazu kommt eine fanatische Autofeindschaft, Radwege als Nonplusultra und als schlimmste grüne Agenda die Abtreibung als Menschenrecht. Überdies sind Trotzkis Gedanken des Internationalsozialismus bei den Grünen ebenfalls recht stark vertreten. Und in dem Setting testen sie ständig aus, wie weit sie gehen können.

Nach der nächsten Wahl könnten die Grünen mit SPÖ und ÖVP gemeinsam in der Regierung sitzen, vielleicht sogar mit 2/3-Mehrheit.

Ich halte es für möglich, aber gleichzeitig für die gefährlichste Kombination. Das linke Weltbild wäre dadurch noch stärker in der Regierung vertreten. Die Schwarzen schwächeln ohnehin und sind auch schon recht links geworden. Es wäre eine Katastrophe für die Nation, wenn diese Regierung zustande käme. Dann ist Österreich bald Geschichte, weil alles Richtung EU-Superstaat gehen würde. Diese 3er-Koalition würde zum Totengräber der Nation.

Denken Sie, die ÖVP würde in diese Koalition gehen?

Die ÖVP hat ihre früheren Haltungen längst aufgegeben. Da ist weltanschaulich nur noch diffuse Phraseologie zu hören und zu lesen. Die alten konservativen und bürgerlichen Werte sind geopfert worden, um sich dem linken Mainstream anzudienen. Benannt wird das als Liberalismus, der ist aber bei uns bekanntlich nur Beliebigkeit. Der Drang zur linken Mitte ist zum Sog geworden, der alle mitreißt. Die Unterstützung für Alexander Van der Bellen war der Schlussstein auf der Reise in das Marx-Universum, wo die ÖVP nun keine bürgerliche Partei mehr, aber auch keine echte sozialistische Gruppe darstellt. Das ist alles recht enttäuschend. Warum die ÖVP so geworden ist: Sie hat den Patriotismus aufgegeben, sie hat die Verbindungen zur katholischen Kirche schwachwerden lassen, sie hat die Wirtschaft vernachlässigt und sie ist abgenutzt durch die Jahre in der Regierung.

Gerade Kirche und Wirtschaft stehen der „Willkommenskultur“ doch positiv gegenüber?

Die Meinungen innerhalb der katholischen Kirche laufen hier gerade stark auseinander. Wenn wir uns die Bischöfe und deren Aussagen in den Visegrád-Staaten ansehen, wird ein ganz anderes Bild erkennbar. Natürlich ist es erlaubt, für sein Land einzustehen, es ist sogar der Keim der Nächstenliebe. Nächstenliebe ist nicht Fernstenliebe. Ich vermute, dass die links-katholischen Strömungen seit Papst Franziskus wieder stärker geworden sind, da gibt es ja sogar Überschneidungen mit dem Internationalismus der Sozialisten. Zur Nächstenliebe selbst ist zu sagen, dass der Wiener Moraltheologe und päpstliche Ehrenprälat Hörmann schon vor vielen Jahren dazu Grundlegendes verfasst hat. Nächstenliebe muss selektiver sein, das ist in seinen Expertisen nachzulesen. Das scheint aber offenbar von vielen heutigen Kirchenoberen vergessen zu sein.

Zur Wirtschaft: Natürlich ist der Welthandel zu forcieren, da nur der Handel den Frieden gewährleisten kann. Aber guter Handel kann nur auf gut funktionierenden Nationalstaaten aufbauen, weil anders demokratische Gegebenheiten nicht aufrecht zu erhalten sind. Jeder Staat braucht klare Grenzen, innerhalb deren die Gesetze gelten und überprüft werden können. Ein totaler Globalismus ohne Grenzen endet nur im völligen Chaos oder in der Herrschaft einiger weniger Oligopole. Dazu wiederum hat der legendäre Ökonom Schumpeter bereits vor über 80 Jahren Grundlegendes geschrieben.

Noch einmal zurück zur Nächstenliebe: Warum fließen alle Hilfsgelder heute an ein, zwei Millionen Privilegierte, die den langen Weg nach Europa geschafft haben, anstatt unzähligen Millionen wirklich Armen in ihren Regionen zu helfen? Warum gibt es keinen moralischen Aufschrei gegen diese inhumane Politik?

Weil die „moralischen“ Instanzen und die Deutungshoheit beanspruchenden Gruppierungen heute alle links sind und die Profiteure im wahrsten Sinne des Wortes Profit machen. Die NGOs können nur verdienen, wenn die Migranten zu uns kommen. Mit Hilfe vor Ort ist kein Profit zu lukrieren. Über die staatlichen Zuschüsse für die Unterstützung der Migranten, die über die NGOs bewerkstelligt wird, lassen sich eine ganze Reihe von Mitarbeitern beschäftigen und diverse Abhängigkeiten schaffen. Aus ihrer Sicht wären also alle diese Organisationen unklug, wenn sie für eine Hilfe vor Ort einträten. Dort kostet zwar die Versorgung nur ein 20stel von hier, aber die Umsätze wären eben auch nur ein 20stel. Daher kein Aufschrei. Und wenn Aufschrei, dann nur einer gegen die Sperrung der Balkanroute oder jetzt gegen die Stilllegung der Mittelmeerrouten. Weil da kommt das Geschäft in Gefahr.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass in Österreich eine institutionelle Front von Medien, Kunstszene, NGOs, Unis, Judikatur usw. die politische Generallinie vorgibt. Wie könnte man diese reformresistenten Strukturen aufbrechen?

Man muss die wahre Situation immer wieder und wieder aufzeigen. Mit allen Mitteln. Denn: Die Wahrheit ist „unkaputtbar“, auch wenn sie derzeit gern verschleiert wird. Die Profiteure der Krise muss man stellen, immer und überall. Dazu braucht es mutige Bürger und mutige Medien. Beide gibt es, aber die sind noch zu wenig präsent. Deswegen habe ich mich dieser Aufgabe verschrieben, weil man als Nationalratsabgeordneter natürlich dafür sehr gute Möglichkeiten hat: Man kann Anfragen im Parlament stellen, Gesetzesanträge einbringen und vor allem Reden halten, die über die Sozialen Medien dann doch tausende Bürger erreichen. Ich betreibe ja auch einen Blog, da kann ich auch die Reichweite verstärken. Mir geht es vor allem darum, die Dinge beim Namen zu nennen.

Sehen Sie Erfolgsaussichten für einen solchen politischen Kurswechsel? Was erwarten Sie überhaupt von den kommenden Jahren für Österreich und Europa?

Ich sehe den Erfolg kommen. Die Leute sind endlich munter geworden, die Mehrheit hat genug von der Massenmigration und dem politischen Eiertanz, den die EU aufführt. Ich glaube, dass eine klare patriotische Politik à la Orban oder Trump die Politik der Zukunft ist. Wir – und damit meine ich den Souverän und die Mehrheit – haben genug von den internationalistischen Moralbelehrungen von links. Und wir haben genug von schwachen Politikern, die gegen die Interessen ihrer Nationen arbeiten und ständig der Massenmigration das Wort reden – auch wenn sie jetzt schon ein bisschen leiser geworden sind. Aber es ist noch immer keine Rede von geschlossenen Grenzen für Nichteuropäer. Und wir sehen schon gar keine Taten. Willenskundgebungen gibt es da und dort, aber nichts Handfestes.

Was wir brauchen, ist eine Neuordnung der europäischen Haltungen: Das Europa der Vaterländer, die untereinander gut befreundet sind und in intensiven Handelsbeziehungen leben, wird das Europa der Zukunft. Und dieses Europa wird klare und auf illegalem Wege nicht überwindbare Grenzen haben müssen. Das zu garantieren ist die Pflicht der Nationen.

Herr Dr. Franz, vielen Dank für dieses Gespräch!

Feuilleton

Antrittsrede des 45. US-Präsidenten Donald J. Trump

Donald J. Trump ist erst seit wenigen Tagen im Amt. Doch der Kampf der Mainstream-Medien gegen ihn – nachzulesen hier – hat mit seiner Vereidigung nicht nachgelassen, sondern wird nur umso härter geführt. Seine Antrittsrede sei erschreckend, düster und kriegerisch gewesen, hieß es, und sein Programm wäre geradezu eine Gefahr für die Welt. Wir finden: Die Bürger sollen sich selber einen Eindruck davon machen. Darum haben wir die Antrittsrede des neuen US-Präsidenten sorgfältig und nah am Wortsinne ins Deutsche übersetzt, um ihren Wortlaut möglichst vielen interessierten Lesern zugänglich zu machen:

„Gerichtshofpräsident Roberts, Präsident Carter, Präsident Clinton, Präsident Bush, Präsident Obama, meine amerikanischen Mitbürger und Bürger dieser Welt: Danke!

Wir, die Bürger Amerikas, sind nun in einer großen nationalen Anstrengung vereint: unser Land wiederaufzubauen und seinem Versprechen an unser Volk wieder Gültigkeit zu geben. Gemeinsam werden wir den Kurs Amerikas und der Welt auf Jahre hinaus bestimmen. Wir werden Herausforderungen gegenüberstehen. Wir werden Beschwernissen begegnen. Aber wir werden den Job erledigen.

Alle vier Jahre versammeln wir uns an diesen Stufen, um die geordnete und friedliche Übergabe der Macht zu vollziehen, und wir sind Präsident Obama und First Lady Michelle Obama dankbar für ihre großzügige Hilfe bei diesem Amtsübergang. Sie waren großartig.

Doch die heutige Feier hat eine besondere Bedeutung. Denn heute übergeben wir die Macht nicht nur von einer Regierung an eine andere, oder von einer Partei an eine andere – wir übertragen die Macht von Washington D.C. und geben sie an euch zurück, an das amerikanische Volk.

Zu lange hat sich eine kleine Gruppe in der Hauptstadt unserer Nation am Staat bereichert, während das Volk die Kosten getragen hat.  Washington blühte auf, aber das Volk hatte keinen Anteil am Wohlstand. Den Politikern ging es fein, aber die Arbeitsplätze verschwanden und Fabriken sperrten zu. Die Führungsschicht schützte sich selbst, aber nicht die Bürger unseres Landes. Ihre Siege waren nicht eure Siege, ihre Triumphe waren nicht eure Triumphe, und während sie in unserer Hauptstadt feierten, gab es für hart arbeitende Familien überall in unserem Land wenig zu feiern.

All das ändert sich nun, gleich hier und jetzt, denn dieser Moment ist euer Moment: Er gehört euch. Er gehört allen, die hier und heute versammelt sind, und allen, die in ganz Amerika zuschauen. Dies ist euer Tag. Dies ist eure Feier. Und dies, die Vereinigten Staaten von Amerika, ist euer Land.

Worauf es wirklich ankommt, ist nicht, welche Partei den Staat führt, sondern ob der Staat vom Volk geführt wird. Man wird sich des 20. Jänners 2017 erinnern als jenes Tages, an dem das Volk wieder zum Machthaber der Nation wurde. Die vergessenen Männer und Frauen unseres Landes werden nicht länger vergessen sein. Jeder hört euch jetzt zu.

Ihr seid zu Zehnmillionen gekommen, um Teil einer geschichtsträchtigen Bewegung zu werden, wie sie die Welt noch nie zuvor gesehen hat. Im Mittelpunkt dieser Bewegung steht eine entscheidende Überzeugung: dass eine Nation besteht, um ihren Bürgern zu dienen. Amerikaner wollen großartige Schulen für ihre Kinder, sichere Nachbarschaften für ihre Familien und gute Arbeitsplätze für sich selbst. Das sind rechtmäßige und begründete Forderungen eines rechtschaffenen Volkes.

Doch für zu viele unserer Bürger herrscht eine andere Wirklichkeit vor: Mütter und Kinder, die in Problemvierteln in Armut gefangen sind. Verrostete Fabriken, die über die Landschaften unserer Nation wie Grabsteine verstreut sind. Ein Bildungswesen, das mit Geld überschwemmt ist, aber unsere jungen und bewundernswerten Schülern und Studenten das Wissen vorenthält. Verbrechen und Banden und Drogen, die zu viele Leben gestohlen haben und unser Land so vieler unverwirklichter Möglichkeiten beraubten. Dieses amerikanische Massaker wird hier und jetzt enden.

Wir sind eine Nation – und deren Pein ist auch unsere Pein. Ihre Träume sind unsere Träume. Und ihr Gelingen wird unser Gelingen sein. Wir teilen ein Herz, eine Heimat und eine glorreiche Vorsehung. Der Amtszeit, den ich heute leiste, ist ein Treueid an alle Amerikaner.

Viele Jahrzehnte lang haben wir ausländische Industrien auf Kosten der amerikanischen Industrie bereichert, haben die Heere anderer Länder bezuschusst, während wir den so traurigen Abbau unseres eigenen Militärs zuließen. Wir verteidigten anderer Nationen Grenzen, während wir es ablehnten, unsere eigene zu verteidigen. Wir gaben Tausende Milliarden an Dollars auf der anderen Seite des Meeres aus, während Amerikas Infrastruktur in Baufälligkeit und Ruin verfiel. Wir haben andere Länder reich gemacht, während sich Wohlstand, Stärke und Zuversicht unseres Landes über dem Horizont auflösten.

Einer nach dem anderen sperrten die Betriebe zu und verließen unsere Gestade, ohne auch nur den geringsten Gedanken an die Millionen und Abermillionen amerikanischer Arbeiter, die zurückgelassen wurden. Der Wohlstand unserer Mittelklasse wurde aus den Häusern gerissen und dann in die weite Welt umverteilt.

Doch das ist die Vergangenheit. Heute blicken wir nur in die Zukunft. Wir, die wir hier und heute zusammengekommen sind, geben nunmehr eine neue Anordnung aus, auf dass sie in jedem Städtchen, jeder ausländischen Hauptstadt und in jedem Machtzentrum gehört werde. Von diesem Tag an wird eine neue Vorstellung unser Land beherrschen. Von diesem Augenblick an heißt es: Amerika zuerst!

Jede Entscheidung beim Handel, bei den Steuern, bei der Einwanderung, bei den Außenbeziehungen, wird so ausfallen, dass sie amerikanischen Arbeiter und amerikanischen Familien zugutekommt.  Wir müssen unsere Grenzen vor den Verheerungen schützen, die jene Länder anrichten, die unsere Produkte erzeugen, unsere Betriebe stehlen und unsere Arbeitsplätze vernichten. Die Schutzmaßnahmen werden zu großem Aufschwung und Stärke führen.

Ich werde mit jedem Atemzug in meinem Körper für euch kämpfen – und ich werde euch niemals im Stich lassen. Amerika wird wieder anfangen zu gewinnen, gewinnen wie niemals zuvor. Wir werden unsere Arbeitsplätze zurückbringen. Wir werden unsere Grenze zurückbringen. Wir werden unseren Wohlstand zurückbringen. Und wir werden unsere Träume zurückbringen.

Wir werden neue Straßen bauen, und Autobahnen, und Brücken, und Flughäfen, und Tunnels, und Bahnstrecken quer durch unsere wundervolle Nation. Wir werden unser Volk von der Sozialhilfe runterholen und wieder an die Arbeit bringen – unser Land wiedererrichten mit amerikanischen Händen und amerikanischer Arbeitskraft. Wir werden zwei einfachen Regeln folgen: Amerikanisch kaufen und Amerikaner einstellen.

Wir werden die Freundschaft und das Wohlwollen der anderen Nationen auf der Welt suchen – aber wir werden dies tun in der Einsicht, dass es das Recht aller Nationen ist, ihren eigenen Vorteil voranzustellen. Wir werden nicht danach trachten, unsere Lebensweise jemandem aufzuzwingen, sondern sie vielmehr als ein Beispiel leuchten lassen für alle, ihm zu folgen. Wir werden alte Bündnisse bekräftigen und neue eingehen – und die zivilisierte Welt gegen den radikalen islamischen Terrorismus vereinen, den wir zur Gänze vom Antlitz der Erde vertilgen werden.

Der Fels unserer Staatsführung wird die völlige Treue zu den Vereinigten Staaten von Amerika sein, und durch die Ergebenheit zu unserem Land werden wie die Ergebenheit zueinander wiederentdecken. Wenn man sein Herz der Vaterlandsliebe öffnet, gibt es keinen Raum für Vorurteile.

Die Bibel sagt uns, wie gut und wohlgefällig es ist, wenn Gottes Volk in Einheit zusammenlebt. Wir müssen unsere Gedanken offen aussprechen, unsere Meinungsverschiedenheiten aufrichtig verhandeln, aber stets den Schulterschluss suchen. Wenn Amerika geeint ist, ist Amerika ganz unaufhaltsam.

Furcht sollte es dabei nicht geben. Wir sind behütet und wir werden stets behütet sein. Wir werden behütet von den großen Männern und Frauen unseres Militärs und unserer Gesetzeshüter, und am wichtigsten: Wir werden behütet von Gott.

Zuletzt müssen wir groß denken und noch größer träumen. In Amerika verstehen wir, dass eine Nation nur lebt, solange sie etwas erstrebt. Wir werden nicht mehr länger Politiker hinnehmen, die nur reden und nichts leisten, die sich ständig über irgendetwas beschweren, aber nie etwas dagegen unternehmen. Die Zeit für leeres Gerede ist vorbei. Jetzt hat die Stunde der Tat geschlagen.

Lasst euch von niemandem erzählen, es könne nicht getan werden. Keine Herausforderung kann sich mit dem Herzen und dem Kampfgeist Amerikas messen. Wir werden nicht scheitern. Unser Land wird wieder erblühen und gedeihen. Wir stehen an der Geburt eines neuen Jahrtausends, bereit die Geheimnisse des Weltraums zu entschlüsseln, die Erde vom Elend der Krankheiten zu befreien und die Energiequellen, Industrien und Technologien von morgen nutzbar zu machen.

Ein neuer Nationalstolz wird unsere Seelen bewegen, unsere Blicke erheben und unsere Spaltungen heilen. Es ist an der Zeit, sich auf die alte Weisheit zu besinnen, die unsere Soldaten nie vergessen werden: Ob wir nun eine schwarze, braune oder weiße Hautfarbe haben, wir alle bluten das gleiche rote Blut der Patrioten, wir alle genießen dieselben herrlichen Freiheiten und wir alle grüßen dieselbe großartige amerikanische Flagge.

Und ob ein Kind nun in den Vororten von Detroit oder in der windgepeitschten Ebene Nebraskas geboren ist, beide blicken sie hoch zum selben Nachthimmel. Sie füllen ihr Herz mit denselben Träumen. Und beiden hat den Lebensodem eingeflößt derselbe allmächtige Schöpfer.

Alle Amerikaner, in jeder Stadt, ob nah oder fern, ob klein oder groß, von Berg zu Berg und von Meer zu Meer, hört also diese Worte: Man wird euch nie wieder missachten. Eure Stimme, eure Hoffnungen, eure Träume, sie werden unser amerikanisches Geschick bestimmen. Und euer Mut und eure Güte und Liebe werden uns für immer auf diesem Wege lenken.

Gemeinsam werden wir Amerika wieder stark machen. Wir werden Amerika wieder wohlhabend machen. Wir werden Amerika wieder stolz machen. Wir werden Amerika wieder sicher machen. Und ja, gemeinsam werden wir Amerika wieder großartig machen.

Ich danke euch, Gott segne euch und Gott segne Amerika.“